Gedichte zum Thema Weihnachten
In der Weihnachtszeit kann es kaum etwas passenderes geben als ein stimmungsvolles Weihnachtsgedicht. Die Weihnachtszeit bietet viele Anlässe für ein Gedicht: Nikolaus, 1. bis 4. Advent, Heilig Abend und Weihnachten. Auswendig vorgetragen auf Weihnachtsfeiern oder als Geschenk auf Weihnachtskarten macht man mit den Weihnachtsgedichten seinen Mitmenschen eine große Freude.
Gedicht 21 bis 29 von insgesamt 29 Gedichten
Weihnachten
Bäume leuchtend, Bäume blendend,Überall das Süße spendend,
In dem Glanze sich bewegend,
Alt und junges Herz erregend -
Solch ein Fest ist uns bescheret,
Mancher Gaben Schmuck verehret;
Staunend schaun wir auf und nieder,
Hin und her und immer wieder.
Aber, Fürst, wenn dir's begegnet
Und ein Abend so dich segnet,
Daß als Lichter, daß als Flammen
Vor dir glänzten allzusammen
Alles, was du ausgerichtet,
Alle, die sich dir verpflichtet:
Mit erhöhten Geistesblicken
Fühltest herrliches Entzücken.

Alle Tore stehen offen...
Alle Tore stehen offenheut der Freude, lasst sie ein!
Möge euer Streben, Hoffen
immerdar gesegnet sein!
Mögen nicht nur Weihnachtskerzen
hell erleuchten euren Pfad.
Glücklich seien eure Herzen!
Das ist es, was ich für euch erbat.


Advent
Es treibt der Wind im Winterwaldedie Flockenherde wie ein Hirt
und manche Tanne ahnt wie balde
sie fromm und lichterheilig wird;
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin - bereit
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Christbaum
Hörst auch du die leisen Stimmenaus den bunten Kerzlein dringen?
Die vergeßenen Gebete
aus den Tannenzweiglein singen?
Hörst auch du das schüchternfrohe,
helle Kinderlachen klingen?
Schaust auch du den stillen Engel
mit den reinen, weißen Schwingen?...
Schaust auch du dich selber wieder
fern und fremd nur wie im Traume?
Grüßt auch dich mit Märchenaugen
deine Kindheit aus dem Baume?...

Christnacht
Heil'ge Nacht, auf Engelßchwingennahst du leise dich der Welt,
und die Glocken hör' ich klingen,
und die Fenster sind erhellt.
Selbst die Hütte trieft von Segen,
und der Kindlein froher Dank
jauchzt dem Himmelskind entgegen,
und ihr Stammeln wird Gesang.
Mit der Fülle süßer Lieder,
mit dem Glanz um Tal und Höh'n,
Heil'ge Nacht, so kehrst du wieder,
wie die Welt dich einst gesehn,
da die Palmen lauter rauschten,
und, versenkt in Dämmerung,
Erd' und Himmel Worte tauschten,
Worte der Verkündigung.
Da, mit Purpur übergoßen,
aufgetan von Gottes Hand,
alle Himmel sich erschloßen,
glänzend über Meer und Land;
da, den Frieden zu verkünden,
sich der Engel niederschwang,
auf den Höhen, in den Gründen
die Verheißung wiederklang;
Da, der Jungfrau Sohn zu dienen,
Fürsten aus dem Mogenland
in der Hirten Kreis erschienen,
Geld und Myrrhen in der Hand!
Da mit seligem Entzücken
sich die Mutter niederbog,
sinnend aus des Kindes Blicken
nie gefühlte Freude zog.
Heil'ge Nacht, mit tausend Kerzen
steigst du feierlich herauf,
o, so geh' in unsern Herzen,
Stern des Lebens, geh' uns auf!
Schau, im Himmel und auf Erden
glänzt der Liebe Rosenschein:
Friede soll's noch einmal werden
und die Liebe König sein!

Weihnachten
Ich sehn' mich so nach einem Landder Ruhe und Geborgenheit
Ich glaub', ich hab's einmal gekannt,
als ich den Sternenhimmel weit
und klar vor meinen Augen sah,
unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah:
Ich ahnte, spürte auf einmal,
daß alles: Sterne, Berg und Tal,
ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei's Sonnnenstrahl,
daß Regen, Schnee und jede Wolk,
daß all das in mir drin ich find,
verkleinert, einmalig und schön
Ich muß gar nicht zu jedem hin,
ich spür das Schwingen, spür die Tön'
ein's jeden Dinges, nah und fern,
wenn ich mich öffne und werd' still
in Ehrfurcht vor dem großen Herrn,
der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, daß war der Moment,
den sicher jeder von euch kennt,
in dem der Mensch zur Lieb' bereit:
Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!

Brief ans Christkindl
Christkindlein, liebes, ich bitte dich sehr,es dauert ja nun nicht lange mehr.
Bring mir doch wieder ein neues Kleid,
für meine Puppe, die Adelheid.
Das alte ist schon ganz abgeschoßen,
und einmal Sirup darüber gefloßen.
Da hat es einen Flecken gegeben.
Die rote Farbe blieb daran kleben.
Wir haben sie nicht mehr auswaschen können.
Nun will ich noch etwas anderes nennen.
Ich wage es dir zwar fast nicht zu schreiben.
Wenn es zuviel ist, laß es nur bleiben!
Eine Puppenküche wünscht ich mir noch.
Die alte Pfanne hat nämlich ein Loch.
Ich glaube der Rost hat sie angefreßen.
Es ekelt einen, daraus zu eßen.
Und zudem ist sie für mich jetzt zu klein.
Auch Schlittschuhe wären natürlich fein.
Schlittschuhfahren ist gar zu schön.
Ich möchte mit meinem Bruder gehn.
Aber die kannst du nächstes Jahr bringen,
weißt, ich möchte nicht alles erzwingen.
Doch wenn du mir lieber die Schlittschuhe schenkst,
ist's auch recht. Wenn du nur nicht denkst,
daß ich viel zu unbescheiden sei
mit meinen Wünschen, es sind ja schon drei.
Das möchte ich nicht, das täte mir leid.
Bring du nur einfach, soviel dich freut.
Dann wird es mir sicher auch Freude machen.
Du bringst ja keine unnützen Sachen.
Jetzt bin ich am Ende. Noch einen Gruß
vom Marteli Stocker im "roten Huus".

O Weihnachtsbaum
O Weihnachtsbaum,O Weihnachtstraum!
Wie erloschen ist dein Glanz,
Wie zerstoben ist der Kranz,
Der um dich den Freudentanz
Schlang zur Weihnachtsfeier.
O Weihnachtsbaum,
O Weihnachtstraum!
Der du noch an jedem Ast
Halbverbrannte Kerzen hast;
Denn wir löschten sie mit Hast
Mitten in der Feier.
O Weihnachtsbaum,
O Weihnachtstraum!
Jeder Zweig ist noch beschwert,
Und kein Naschwerk abgeleert.
Ach, daß du so unverheert
Ueberstandst die Feier.
O Weihnachtsbaum,
O Weihnachtstraum!
Mit den Früchten unverzehrt,
Mit den Kerzen unversehrt,
Steh, bis Weihnacht wiederkehrt,
Steh zur Todtenfeier.
O Weihnachtsbaum,
O Weihnachtstraum!
Wenn wir neu dich zünden an,
Kaufen wir kein Englein dran;
Unsre beiden Englein nahn
Drobenher zur Feier.

Ein Fichtenbaum steht einsam
Ein Fichtenbaum steht einsamIm Norden auf kahler Höh'.
Ihn schläfert; mit weißer Decke
Umhüllen ihn Eis und Schnee.
Er träumt von einer Palme,
Die, fern im Morgenland,
Einsam und schweigend trauert
Auf brennender Felsenwand.







